Zweifler (Benutzer)
Neues Mitglied
Beiträge: 6
|
|
Dann werd ich mal... vor 3 Jahren, 9 Monaten
|
|
Hallo miteinander!
Ihr wollt hier über Glaubensfragen reden?
Bin mal gespannt, was so alles kommt dazu
Also, ich hab mich in diesem Forum genau deswegen angemeldet. Ich will da bissel mehr drüber wissen und vielleicht auch mal die Antriebe verstehen. Zur Zeit bewege ich mich immer weiter vom Glauben weg.
Obwohl ich früher sehr an Gott geglaubt habe und auch fast täglich gebetet habe, geht seit 2003 so ziemlich alles in die Hosen, was auch immer ich anfasse. Ein Konzert mit einer berühmten Band (das normalerweise nicht schief gehen konnte) kostete mich 15000 Euro und 11 Monate Knast - nur als Beispiel.
Die letzten 2 Jahre war ich mit einer überzeugten Christin zusammen, die mir den letzten Rest meines Glaubens vernichtete.
Sie bestätigte mir fast täglich, kein Christ zu sein, weil ich nicht am Sonntag mit zur "Gemeinde" wollte, bzw. die Leute da nicht ausstehen konnte (die riefen nur an, wenn sie was brauchten - das ging teilweise soweit, dass wir von Salzburg aus nach Ostfriesland geflogen sind, um ein Auto zu überführen, natürlich kostenlos für die "Schwester"  . Ich hörte nur täglich - ach schau an, DER is auch Christ?
Und was war ich??? Getauft und katholisch erzogen? Kein Christ???
Gut, ich war geschieden, aber das passiert nun mal, dafür kann mir keiner das Christsein absprechen.
Der Priester in ihrer Gemeinde wollte mich sogar aus unserer gemeinsamen Wohnung werfen, da das Zusammenleben "unchristlich" wäre.
Ich hab mir (zum besseren Verständnis) gar diese "Volxbibel" durchgelesen - keine Ahnung, ob die jemand kennt, aber da wird das NT halt umgangssprachlich erzählt, sodass es sogar ich kapieren konnte  Im letzten Jahr hab ich auch für ein großes Unternehmen sauteuere Bibeln verkauft (1800 Euro pro Stück), hab aber immer mehr feststellen müssen, dass ich weder hinter dem Produkt noch dem Inhalt stehe.
Die Beziehung mit meiner Ex ging nicht zuletzt wegen dieser Glaubensfragen in die Brüche, sie meinte, sie könne nicht mit einem "Nichtchristen" zusammenleben und Kinder aufziehen.
Wie gesagt, ich WAR vorher sehr gläubig, aber dieses fundamentalistische, intolerante Wesen der "echten" Christen hat mich vom Glauben abgebracht.
In letzter Zeit hab ich mir dann aber auch die folgende Frage immer öfter gestellt: Es hat mich niemand gefragt, ob ich leben will, warum wird mir dann vorgeschrieben, WIE ich leben soll?
Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann meine Lieben im Jenseits wieder sehen werde, ich weiß auch, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, doch den Glauben an einen "Allmächtigen", der alles weiß und alles beeinflussen kann, hab ich verloren.
So, und nun macht mich fertig
Liebe Grüße
Tom
|
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
Denis (Benutzer)
Neues Mitglied
Beiträge: 4
|
|
Aw: Dann werd ich mal... vor 3 Jahren, 9 Monaten
|
|
Na dann schnall dich mal an!!! Es geht los!!!
Hehe, nein nein... kleiner Scherz am Rande.
Ich gehe momentan genau den entgegengesetzten Weg, nämlich eher hin zu Gott. Allerdings wurde ich absolut atheistisch erzogen und das ganze große undurchsichtige Ding rund um die Kirche war nie ein Thema für mich. Ich denke, dass ich dich im Wesentlichen sehr wohl verstehen kann.
Bei der Geburt meiner Kinder und bei interessanten Gesprächen mit einem guten Freund, dachte ich aber immer öfter darüber nach, ob es einen Gott geben kann... Meine eigentliche von Natur aus rationale und wissenschaftliche Sichtweise hilft und half mir dabei nicht.
Der ersten Termin und damit auch der erste Kontakt mit einem katholischen Pfarrer war schlicht weg eine Katastrophe. Unsere Kinder sollten sofort den Kindergarten wechseln, da bei ihnen ja noch nicht alles "verdorben" ist. Wir(die Eltern) können nur versuchen so viel wie möglich über die Kirche und den Verlauf des Kirchenjahres zu lernen, aber eigentlich können wir keine "richtigen" Christen mehr werden!!! Selbstverständlich habe ich meine Partnerin unmittelbar nach unserer eventuellen Taufe SOFORT zu heiraten.... Ich lasse mich vermutlich von Gott leiten wen ich auserwähle, aber mit Sicherheit entscheide ich selbst wen ich wann vor Gott heiraten will.
Nach diesem Erlebnis war die Kirche für einige Zeit aus unserer Zukunftsplanung verschwunden. Der zweite Pfarrer, den wir kennen lernen durften, war das komplette Gegenteil. Lustig , weltoffen, verständnisvoll und einfach irgendwie normal.
Das Fazit was ich endlich ziehen muss(da sonst der Text wohl zu lang wird) ist,dass man weder die Kirche und schon gar nicht seine Art zu Glauben an irgendwelchen Personen festmachen kann und darf.
Niemand hat zu beurteilen ob man ein "richtiger und guter" Christ ist, außer man selbst. Das sture "Abarbeiten" von Messen und Gebeten ist sicher nicht in Gottes Sinn und macht ganz gewiss keinen guten Christen aus. Gott gab uns ganz andere Dinge mit auf den Weg... Verständnis, Nächstenliebe und so vieles mehr über das ihr alle sicher viel mehr wisst als ich.
Zum Glück ist mir die Bekanntschaft mit deiner ehemaligen Partnerin erspart geblieben... Vermutlich wäre ihr Leben zu langweilig oder sie wäre gezwungen über sich selbst nachzudenken, wenn sie sich nicht so in den "Glauben" stürzen und nach unchristlichen Feindbildern suchen würde...
Was Schicksalsschläge betrifft kann ich mit meinen genau 31 Jahren sehr wohl mitreden... Das ist auch für mich ein Grund zu zweifeln. Es lässt sich natürlich einfach sagen, dass Gott uns damit prüfen will, aber warum mich und nicht auch die sogenannten Glückspilze??? Das und anderes sind die wichtigsten Dinge die mir "Das Glauben" noch etwas schwer machen.
Aber ich bin mir sicher, dass du Gott noch nicht aufgegeben hast... sonst hättest du nicht hier geschrieben
Ich muss jetzt zwingend die Gelegenheit nutzen und hier schließen sonst wird das noch ein Buch und irgendwann muss ich ja auch schlafen
Ich melde mich bald wieder... (nein, das ist keine Drohung hihi)
Beste Grüße Denis
|
|
|
|
|
|
|
Letzte Änderung: 15.04.2008 23:35 von Denis.
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
|
Aw: Dann werd ich mal... vor 3 Jahren, 9 Monaten
|
|
|
Hallo Denis,
auch von mir ein liebes Willkommen!
Aber wenn man deinen Beitrag so liest, im Christentum, oder dem was sich so nennt, scheint es Probleme zu geben, natürlich wohl mehr selbst gemachte, die einem Ottonormalchristen/Humanisten/Pantheisten und so weiter, eigentlich völlig unverständlich sind.
Nun denn, vielleicht können wir das in einem dementsprechenden Thread etwas genauer Diskutieren.
Hallo Admin - wer ist eigentlich der Betreiber dieses Forums, würde mich einmal interessieren, ich fühle mich sonst so beobachtet, du weist ja, die Neurosen des Patmosers!
Liebe Grüße in die Runde
Patmos
|
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
|
Aw: Dann werd ich mal... vor 3 Jahren, 9 Monaten
|
|
|
Haus- und Eingemachtes gibt es überall.
Jede Konfession, jede Kirche, jeder Gebirgsguru hat DAS Problem.... Wie verticker ich den Leuten, dass ich die wahrere Wahrheit habe, das heilere Heil, das lichtere Licht ? Man steht im Profilierungszwag, und viele Edelchristen definieren sich im Grunde eh nur durch das Feindbild. Wenn man das Christsein mal auf den Kern, die "Frohe Botschaft" runterbricht, bricht damit jedweder Anspruch eines sich elitär wähnenden Wasserkopfes in sich zusammen. Das geht doch nicht. Schön dass es den Teufel gibt. LaVey hatte da mal so'n Spruch... genau kriege ich ihn nicht mehr zusammen, und halt Naturfaul bin ich jetzt zu träge zu suchen. Aber Sinngemäß: Niemandem hat die Kirche mehr zu verdanken als dem Satan.
Aber zurück zur "Frohen Botschaft". Dieser Jesus hat nie gesagt "Wahrlich, Du sollst ein Christ sein". Oh, ich habe auch lange dran geschluckt, als mir das erste paar Mal dieses "Christsein" abgesprochen wurde. Typische Reaktion eines dressierten Merschweinchens, würde ich's heute nennen. Auf MICH bezogen, wohlgemerkt. Im Grunde ist "Christ" nur eine Umschreibung der religiösen Richtung, auch wenn man vermittelt bekommt, es handele sich um eine Art Orden. Und wer den nicht hat.... Ohjesusdomineeeeeee.
Nee. Dieser Jesus sagt eigentlich, pass uff, mein Jung, da ist was im Schrägen, datt kann man richten, kein Ding, ich mach' datt. Du... musst es nur nemme. Das und ein "seid nett zueinander" ist der eigentliche Kern. Prima. Kann man klasse mit leben, nur weder Geld verdienen, noch einen Machtanspruch darauf begründen, noch sich dem Rest der Welt gegenüber erhaben fühlen.
Jetzt kommt es uns entgegen, dass der Mensch dazu neigt ein Narr zu sein. Was nix kost, datt daucht nix. Und was einfach ist kann nicht funzen. Und so hat jeder Kanninchenzuchtverein eine Satzung, die das Knüddeln des Kleinviehs aufs Gramm genau regelt, und jede Gemeinde einen exakt einzuhaltenden Ritus.... und nicht vergessen, dass die Socken des Priesters farblich zur Kapellendecke passen müssen, sonst ist die Messe nicht gültig. Das muss man doch einsehen, wenn man sich Christ nennen will. WILL man ? MUSS man ? Wozu ? Ich meine... ausser für die Anderen... oder ? Oder....
Genug.
|
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
Zweifler (Benutzer)
Neues Mitglied
Beiträge: 6
|
|
Aw: Dann werd ich mal... vor 3 Jahren, 9 Monaten
|
|
|
Danke schon mal für die Antworten!
Hi Denis,
wenn man Kinder hat, muß man sich notgedrungen mit der Thematik auseinandersetzen, geht ja eben schon mit Kindergarten und Einschulung los - in welche Religionsklasse soll das Kind bzw. wie soll es erzogen werden?
Aber wie gesagt, mein Glaube verflüchtigt sich immer mehr. Irgendwie ist diese "Christenheit" langsam aber sicher nicht mehr als eine x-beliebige Sekte für mich. Mag sein, ich hab die falschen Leute kennengelernt.
Aber wie dem auch sei, ich find das irgendwie... komisch is der falsche Ausdruck, seltsam vielleicht, dass "Christen" mit ihren Bekehrungsversuchen einem normalen Katholiken das Christsein dermaßen vermiesen können, dass der sich komplett abwendet...
|
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|
|
|
Aw: Dann werd ich mal... vor 3 Jahren, 9 Monaten
|
|
Zweifler schrieb:
QUOTE: Danke schon mal für die Antworten!
Hi Denis,
wenn man Kinder hat, muß man sich notgedrungen mit der Thematik auseinandersetzen, geht ja eben schon mit Kindergarten und Einschulung los - in welche Religionsklasse soll das Kind bzw. wie soll es erzogen werden?
Aber wie gesagt, mein Glaube verflüchtigt sich immer mehr. Irgendwie ist diese "Christenheit" langsam aber sicher nicht mehr als eine x-beliebige Sekte für mich. Mag sein, ich hab die falschen Leute kennengelernt.
Aber wie dem auch sei, ich find das irgendwie... komisch is der falsche Ausdruck, seltsam vielleicht, dass "Christen" mit ihren Bekehrungsversuchen einem normalen Katholiken das Christsein dermaßen vermiesen können, dass der sich komplett abwendet...
Guter Zweifler,
ich wuchs in einer rein atheistischen Umgebung auf, lebe in einer (fast) völlig atheistischen Umgebung und bin damit ganz zufrieden, denn die christlichen Gruppierungen die ich in meinem Leben (besuchs und studienhalber) kennen lernen durfte, die bestärkten mich in meiner Meinung das:
Letztendlich ist ein Glaubensleben in und zu Gott immer die ureigensten und persönlichste "Angelegenheit" im Leben eines Menschen. Jedenfalls für die wirklichen "Gottsucher", es ist immer ein Leidensweg, ein Weg mit immer neuen Erkenntnissen, aber auch immer neues Rückschlägen (die eigentlich in dem Sinne immer etwas durchaus gutes sind) und ob wir es wollen oder nicht, Gott hilft uns beim - wieder Aufstehen - will und kann Gott doch niemals etwas anderes Wollen, als das wir hindurch gehen durch diese Leidenprüfungen (die uns so unendlich nützlich sind), auch und gerade durch das Leid, die Verzweiflung und den oft so unerträglichen Schmerz der (vermeintlichen) Glaubensferne und der religiösen Einsamkeiten.
Und das, genau das, das ist der WEG, den nur wir allein mit Gott gehen können, sollen und wollen, wohl kein Mensch dieser Welt kann uns da so Trösten und Streicheln, so wie Gott es dann tut und immer wieder tun will, denn Gott ist der Einzige, der wahre Tröster, auch diese wunderbare Erfahrung lernte ich erst sehr spät, aber genau zu dem Zeitpunkt, als Gott mich dafür reif befand.
Auch ich muss eines unbedingt jeden Tag immer und immer wieder auf's neue Lernen - Vertrauen haben, unendliches Vertrauen, denn auch ich habe noch durch die Äonen hindurch zu Lernen!
(Das waren nur so einige kleine Abendgedanken, die mir beim Lesen deines Beitrages in den Sinn kamen, denn auch ich machte ähnliches durch, so wie du, guter Zweifler).
Liebe Grüße
Patmos
|
|
|
|
|
|
|
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
|
|